Wie München zur digitalen Vorreiterin wurde – mit Chief Digital Officer Laura Dornheim
Shownotes
„Wer heute noch Papier benutzt, und wenn's nicht unbedingt gesetzlich vorgegeben ist, der muss sich dafür rechtfertigen – und nicht mehr umgekehrt." Warum in München Papier nur noch für Liebesbriefe zum Einsatz kommen soll und KI in der Verwaltung trotzdem Grenzen hat, diskutiert Chief Digital Officer Laura Dornheim in der aktuellen Ausgabe von Radio CityLAB.
Laura Dornheim ist seit 2022 Chief Digital Officer in München und leitet mit ihrem rund 1.400-köpfigen Team die IT-Infrastruktur für 40.000 städtische Beschäftigte, mit dem klaren Ziel, endgültig von Faxgerät & Co. wegzukommen. Mit Dr. Benjamin Seibel diskutiert sie den Status Quo deutscher Verwaltungsdigitalisierung in Berlin und München:
- Digitaler Kulturwandel zwischen Vorreiter:innen und Bremser:innen: inwiefern lange Wartezeiten wie beim Wohngeld die eigentlichen Digitalisierungstreiber sind
- Gute alte Software statt KI: wo in einer regelbasierten, deterministischen Verwaltung KI an ihre Grenzen stößt
- Nach der zurückgerollten Open-Source-Umstellung auf Limux: warum München heute selbst entwickelte Software trotzdem grundsätzlich offenlegt
Zu Gast: Laura Dornheim, Chief Digital Officer München
Mitarbeit: Moderation: Dr. Benjamin Seibel, Direktor des CityLAB Redaktionelle Mitarbeit: Anna Hantelmann, Lisa Schmechel
Transkript anzeigen
00:00:00: Wer heute noch Papier benutzt und wenn es nicht unbedingt gesetzlich vorgegeben ist, der muss sich dafür rechtfertigen.
00:00:05: Und nicht mehr umgekehrt!
00:00:15: In München gibt es Papier nur noch für Liebesbriefe.
00:00:19: Mit diesem schönen Slogan kündigte der neue Münchner Bürgermeister Dominik Krause an dass ab sofort interne Vorgänge mit Zeichnungen Unterschriften in der Münchener Verwaltung nur noch digital gemacht werden.
00:00:31: Das klingt vielleicht nach einem Detail, hat aber auch eine hohe Symbolwirkung.
00:00:34: Denn es zeigt, dass dort die Ende zu Ende Digitalisierung bis ganz nach oben an die Spitze ernst genommen wird.
00:00:40: und tatsächlich hat München bei der Digitalisierung heute eine Vorreiterrolle unter den deutschen Großstädten.
00:00:48: Die treibende Kraft hinter diesen Entwicklung ist Laura Dornheim seit- IT-Referat der Stadt München mit über Tausend Vierhundert Mitarbeitern.
00:01:06: Das macht ihr mit viel Herzblut, mit viel fachlicher Kompetenz und überaus erfolgreich.
00:01:10: im Smart City Index des BITCOM belegt München seit drei Jahren zuverlässig den ersten Platz.
00:01:16: auch sonst gibt es immer wieder mal positive Schlagzeilen aus München in der Verwaltungsdigitalisierung.
00:01:20: bekanntlich hat sowas ja seltenheitswert lauern.
00:01:24: ich sind uns die letzten Jahre immer wieder Mal Begegnet, unsere Teams sind im produktiven Austausch.
00:01:28: Sie war schon Speakerin auf unserer CityLab-Sommerkonferenz und das darf ich jetzt mal sagen sie ist ja irgendwie auch eine Berlinerin hat zumindest viele Jahre hier in Berlin gelebt.
00:01:39: Ich freue mich dass sie heute hier ist bei uns im Radio CityLab.
00:01:41: herzlich willkommen Laura Donheim.
00:01:43: Ganz vielen lieben Dank für diese wunderschöne Intro!
00:01:46: Laura ich habe sehr viele Fragen aber wir beginnen mal vorne und arbeiten uns ein bisschen Voran, du hast in der Privatwirtschaft auch Digitalwirtschaft gearbeitet.
00:02:00: Digitalpolitisch aktiv gewesen, dass man für den Bundestag kandidiert, aber keine Verwaltungserfahrung mitgebracht hat im engeren Sinne.
00:02:08: Was hast du, bevor du den Job angefangen hast, erwartet?
00:02:11: Wie war es dann tatsächlich?
00:02:16: Keine Verwaltungserfahrung ist absolut korrekt!
00:02:19: Ich habe alles Mögliche gemacht.
00:02:23: Digitalwirtschaft auf wie Start-ups und schon auch digital Politik, aber Verwaltung von innen gesehen hatte ich bis dahin nicht wirklich.
00:02:31: Und Rückblickend muss ich sagen da waren schon noch einige Klischees im meinem Kopf die so nicht zutreffen waren definitiv nicht für die Münchner Verwaltungen.
00:02:43: Ich hatte ehrlich gesagt wenig konkrete Vorstellungen von dem Job also von den Aufgaben klar von den Themen.
00:02:51: Aber wie die Kultur ist, wie das Arbeitsumfeld ist
00:02:54: etc.,
00:02:56: da war ich selber neugierig und bin tatsächlich dann auch mal incognito weil es ist ja kein Job auf dem du dich bewirbst in deinem Team kennenlernst
00:03:05: etc.,
00:03:06: sondern du wirst vorgeschlagen und gewählt.
00:03:07: Ich bin dann ein Incognito einmal in München zum IT-Referat gefahren um zumindest so ein bisschen ein Gefühl dafür zu kriegen.
00:03:15: Das war schon gar nicht so schlecht!
00:03:19: Und tatsächlich war ich vom ersten Tag an total happy.
00:03:25: Wie die Menschen da ticken, mit welcher Motivation sie ihren Job machen.
00:03:30: Das hatte überhaupt nichts von Verwaltung im Sinne von.
00:03:32: wir verwalten hier Dinge sondern das ist wahr und ist eine große moderne IT-Organisation.
00:03:41: natürliche Merkst du an vielen Stellen, dass es schon auch noch Verwaltung ist.
00:03:47: Aber ich hab zum Beispiel relativ früh mal nachgefragt, wie Faxgeräte gibt's denn hier noch?
00:03:52: Und dann waren sie erst ganz so und sind durchs Haus und haben irgendwo im Keller noch eins gefunden und ich glaub in der Vergabestelle eins also...
00:03:58: Gute Quote!
00:03:59: Genau.
00:03:59: und dann habe ich ziemlich schnell eben auch gesagt den Drucker, den ihr mir hier reingestellt habt, dem brauche ich gar nicht.
00:04:05: Ich fraue den mal wieder ab.
00:04:07: von daher ... Von der Arbeit her wirklich sehr ähnlich wie einfach in einer großen mittelständischen Artikelorganisation.
00:04:15: Jenseits des Druckers, was waren so die ersten Dinge, die du angestoßen hast oder vielleicht auch den Erfolger du dich erinnerst?
00:04:23: Das mit dem Drucker ist ähnlich wie jetzt, was du gerade vorhin zitiert hast.
00:04:26: das Papier nur für Liebesbriefe sind natürlich vor allem Symbolkraft.
00:04:29: aber es macht natürlich etwas.
00:04:30: wenn ich als CDO sage Ich möchte nicht dass mir hier irgendjemand Papier ins Büro trägt Also nicht zweieinhalb Quadratmeter große Display auf die mir Sachen anschauen können.
00:04:42: Und ich muss auch nichts ausdrucken, weil ich irgendwie Dinge lesen kann und wenn ich alle heiligen Monate mal irgendwas ausdrücken muss dann kann ja auch selber zum Multifunktionsgerät laufen das wir schon noch irgendwo umstehen haben.
00:04:55: Und tatsächlich was ich viel noch unterschrieben habe... Es sind Stadtratsbeschlüsse.
00:05:02: Da hab ich auch gesagt, ich hab doch irgendwo gelesen gehört, hier E-Akte sind wir vorne mit dabei.
00:05:07: Das ist eins unserer großen Projekte für die Stadt und warum machen wir das selber nicht?
00:05:11: Und das haben wir innerhalb von ... Ich würde denken, Rückblicken waren so was sechs Wochen vielleicht ein bisschen mehr.
00:05:17: Aber sehr schnell bei uns umgestellt zu sagen, dass alle Stadtratsbeschlüssen nur noch über E-Acte laufen als das ganze Beschlusswesen, was ja von der Verwaltung schon sehr wichtig ist.
00:05:30: Wir haben, als ich ankam, war Corona gerade so in den Ausläufern zum Glück und es gab eine Riesen-Diskussion über Homeoffice.
00:05:37: Die Stadt München hat tatsächlich für die Gesamtstadt entschieden das ist keine allgemeine Präsenzpflicht mehr gibt, aber die Ausgestaltung dessen liegt eben in jedem Referat und ich habe von Anfang an gesagt also ich möchte dass sich das bei uns die Team selber belegen was sie brauchen.
00:05:53: Ich will auch für das Referat nichts vorgeben.
00:05:57: Ich bin ja fest überzeugt dass wir hier selbstbestimmten auf Augenhöhe alle arbeiten können und deswegen niemand irgendwo im Rechner sitzen muss im Büro wenn es nicht zwangsläufig erforderlich ist.
00:06:11: Da gab's große Diskussionen, ob das gut für die Teamkultur ist?
00:06:15: Ob dann Leute depressiv werden oder noch richtig führen können und man weiß was sie tun ... Eigentlich ist es übliche!
00:06:20: Ich bin da rückblickend sehr froh, dass ich mich da auch sehr frisch im Amt so klar positioniert hab, weil es läuft super.
00:06:27: Wir haben eine Remotequote von um die Siebzig Prozent.
00:06:33: Wir wollen schon, dass auch alle Teams sich mal sehen.
00:06:37: Wir machen deswegen auch viel referatsweite Veranstaltung wo wir einladen zum Beispiel auch zum Pride Day aber natürlich auch inhaltlich getriebenen Themen um eben Gelegenheit für Austausch zu schaffen.
00:06:48: Aber ansonsten klappt es echt super das die Team Sicht organisieren wer wann wie wo ist und eben dann auch dezentral und asynchron zusammenarbeiten.
00:06:57: Mhm, diese Rolle CDO wird ja in unterschiedlichen Kommunen auch ganz unterschiedlich ausgefüllt, ich hab schon kleinere Kommunen erlebt.
00:07:04: da war der CDO einfach eine Person auf Arbeitsebene so ein bisschen wie Sonntagenschussbeauftragter oder so.
00:07:09: du bist jetzt ja ne große also führst ihr einfach eine sehr große Organisation.
00:07:14: mach mal so day-in the life.
00:07:15: wie sieht eigentlich so ein normaler Tag bei dir aus?
00:07:18: Ich glaube das Beste für mich ist tatsächlich dass die Tage ... Das war mein größter Albtraum, dass ich irgendwann einen klassischen Nine-to-Five habe.
00:07:31: Der ist immer gleich.
00:07:34: Ich hab eine große Bandbreite tatsächlich.
00:07:35: Erstens das Ertierreferat im München.
00:07:38: Sowohl der Teil der Kernverwaltung als auch ... Dienstleist als Eigenbetrieb.
00:07:43: Wir machen Fullstack, also wir haben das eigene Rechenzentrum dastehen, wir machen die Infrastruktur für vierzigtausend Beschäftigte.
00:07:50: Stellen Sie es gerade auf Voice over WIP um!
00:07:51: Wir machen sämtliche Fachverfahren und IT- und Digitalisierungsprojekte.
00:07:56: Also jedes Mal wenn ein Fachbereich sagt können wir hier nicht irgendwas besser, schöner oder neuer digitalisieren ist das in Zusammenarbeit mit uns und wir machen eben auch Digitalisierungstrategie.
00:08:07: Ich habe offiziell das Mandat Auch das natürlich auch sehr intensiv, den Stadtrat und die Stadtregierung zu beraten.
00:08:15: Digitalisierungsthemen also allein schon diese Bandbreite macht es für mich super spannend.
00:08:19: ich kann irgendwie mit sehr nitty gritty Themen beschäftigen aber eben auch mit sehr visionären Aber klar!
00:08:25: Ich habe vor allem eine Führungsrolle.
00:08:30: Ja deswegen, ich hab an manchen Tagen machen wir quasi so eine Art All Hands wo wir dann irgendwie wichtige Themen diskutieren.
00:08:38: Erklären wie wir uns aufstellen wollen um eben die Digitalisierung das nächste Level zu heben in der Stadt jetzt eben auch mit unserem neuen Bürgermeister der da wirklich Drive reinbringt.
00:08:50: Ich sitze selber teilweise oft mit Anbietern zusammen, mit großem Partnern, mit dem wir zusammenarbeiten um eben Projekte zu diskutieren.
00:08:59: Ich sitz in den stadtweiten Lenkungskreisen eben wenn es eigentlich um die E-Akte Einführung geht, wenn's um SAP-Hebung ist gerade ein großes Thema geht und wenns aber auch darum geht die internen Prozesse der Stadt zu digitalisieren also HR Themen Ein Thema, das mir immer noch groß am Herzen liegt.
00:09:16: Das ist wichtig für eine digitale Teilhabe, versucht da Themen voranzubringen.
00:09:21: Seit Monaten ist natürlich KI ein Riesenthema.
00:09:24: Wie schaffen wir es denn eigentlich nicht nur an punktuellen Tools bereitzustellen, sondern auch Mitarbeiter zu befähigen?
00:09:31: Ja also wirklich ... Ein großes Spektrum inhaltlich aber auch von der Art von Terminen.
00:09:36: Da waren tatsächlich einige Punkte jetzt drin die wir im Laufe des Gesprächs hoffentlich nochmal aufgreifen werden.
00:09:43: Ich hatte aber Eingangs erwähnt, ihr habt einen relativ neuen Oberbürgermeister mit dem du offenbar recht eng auch zusammen arbeitest.
00:09:50: Der für den Digitalisierung ein zentrales Thema zu sein scheint.
00:09:54: und da war jetzt gerade in der Presse eine neue Digitalisierungsrichtlinie wo auch explizit gesagt wurde unsere CDO bekommt damit mehr Befugnis.
00:10:04: Kannst du mal erzählen was es damit auf sich hat?
00:10:06: Wie war's vorher?
00:10:07: Ich
00:10:12: finde diese, wir nennen sie offizielle Leitlinie.
00:10:14: Ich weiß nicht ob irgendjemand, ob es eine Wortklauberei gibt und was besser ist als genau diese Digitalisierungsleitlinien.
00:10:23: Da ist jetzt inhaltlich nichts revolutionär Neues drin aber sie manifestiert natürlich dass wir jetzt einen Oberbürgermeister haben der wirklich da sich selber auch dahinter stellt er selbst sein Büro mit Amtsantritt auf Arbeit mit der E-Akte umgestellt hat.
00:10:44: Der weiß, dass wenn er sagt wir brauchen eine neue Verwaltungskultur das Digitalisierung da ganz essiziell ist.
00:10:50: Wir sind ja auch in der Zeit.
00:10:51: also auch München als bisher immer relativ finanzstarke Kommune muss jetzt deutlich sparen.
00:10:59: Wir können de facto kaum keine neuen Mitarbeitenden mehr einstellen.
00:11:04: Das heißt die neuen Mitarbeiter heißen dann halt Agenten.
00:11:08: Also auch weiß, wie relevant das Thema Digitalisierung ist um überhaupt die Kommune leistungsfähig zu halten.
00:11:16: Und diese Leitlinie verleiht dem eben ja Ausdruck.
00:11:20: also fast das nochmal zusammen unterstreichen dass betont das aber eben gerade dieses Thema zum Beispiel wegfall der Schriftform Erfordernis.
00:11:33: Du hast es vorhin so gesagt de facto musste man da eigentlich ein soll ergänzen weil Wir haben nicht von heute auf morgen alles Papieren der Stadt abgeschöpft, sondern es ist eine Umstellung.
00:11:43: Aber wir haben eben gesagt ... Wir fangen jetzt nicht mal mit einem Praktiken an, sondern wir haben quasi eine Beweislaste umkönnen.
00:11:49: Allein so ein mutiger Schritt sich hinzustellen, dass ich mich hinstellen kann und dafür die Rückendeckung des Oberbürgermeisters habe zu sagen, wer heute noch Papier benutzt und wenn's nicht unbedingt gesetzlich vorgegeben ist, muss sich dafür rechtfertigen und nicht mehr umgekehrt.
00:12:05: Das ist, finde ich schon echt ein Game-Changer.
00:12:08: Fand ich auch.
00:12:09: das ist eine Ansage und also wer nicht digital arbeiten möchte muss sich erklären Du hast jetzt Eingangs so beschrieben als du einen Job angetreten hast dass du auch versucht hast die Beschäftigten auch mitzunehmen selbst Organisation zu ermöglichen.
00:12:23: Es ist ja immer wieder so eine Diskussion in der Verwaltungsdigitalisierung so bottom up versus top down wie viel Führung?
00:12:30: Wo muss man die Beschäftigten mitnehmen?
00:12:31: Stichwort Kulturwandel usw.
00:12:33: Das ist jetzt schon mal eine strengere Ansage, also es geht auch nicht darum zu sagen selbstorganisiert jeder macht was er will sondern ihr fordert schon auch Digitalisierungsschritte ein.
00:12:44: Ganz klar!
00:12:47: Mein Modus, also ich gehe da draußen und sage Digitalisierung ist halt nicht mehr optional.
00:12:53: Und auch da wenn man sich das im Zeitverlauf anschaut, du hast ja gesagt wir stehen in München zum Glück ziemlich gut da.
00:12:59: Warum?
00:13:00: Weil ich nicht die einzige bin, die jetzt irgendwie Digitalisierung in der Stadt richtig und wichtig findet sondern weil seit Jahren schon ganz viele wirklich vorgelegt haben.
00:13:08: Du hast aber natürlich in einer Verwaltung mit irgendwie vierzig tausend Leuten, da hast du halt manche die super hyped sind und schnell mitziehen, also auch in total nicht IT-Affinenbereichen.
00:13:22: Dann hast du wahrscheinlich so die große Breite, die halt sagt na ja wenn jetzt so ein Tool kommt, dann mach man's halt!
00:13:29: Und dann hast aber halt auch die irgendwie entweder wirklich denken wir haben so wahnsinnig viel zu tun, wir können uns jetzt nicht noch irgendwie um neue Tools kümmern oder die vielleicht einfach wirklich nicht so Lust drauf haben.
00:13:44: Dementsprechend, also bei denen die sowieso schon Lust drauf haben.
00:13:47: Die sind alle...die machen alle ja da ist quasi nicht mehr viel zu holen.
00:13:51: das heißt ich muss halt jetzt schon ein bisschen Zügel anziehen um halt auch die Bereiche dann digitalisiert zu kriegen die bisher noch ein bisschen eher hinterher sind.
00:14:02: und Ich mache es ja nicht weil ich irgendwie Papierblöd finde oder so was sondern ich mach das weil wir da Prozesse haben Servicesleistungen für die Menschen in der Stadt total relevant sind, also zum Beispiel Stichwort Wohngeld.
00:14:17: Man hat jede Kommune ein Problem damit ja?
00:14:20: Aber es sind ja Leute, die teilweise existenziell auf diese Leistung angewiesen sind und das ziehen sich Monate!
00:14:27: Und das macht ihr auch den Leuten im Amt keinen Spaß da Monate irgendwie zu prüfen.
00:14:32: Sind diese Anträge vollständig ist das korrekt.
00:14:34: Deswegen dazu schauen wie können wir mit digitalen Tools mitarbeiten in der verwaltung entlasten und dann eben bürgern bürger schnell ein service zu liefern?
00:14:46: das finde ich total wichtig und dass ist das was mich antreibt.
00:14:51: ihr habt die it weitgehend zentralisiert.
00:14:53: du hast jetzt schon beschrieben in berlin haben wir auch das i government gesetzt jetzt auch schon seit bald zehn jahren.
00:15:00: worüber ein Berlin gerade diskutiert wird, ist ob es eine Art zentralen CDO-Haushalt braucht damit nochmal mehr Kontrolle da ist über IT Ausgaben.
00:15:10: Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es bei euch so dass IT Beschaffungen zum Beispiel aus anderen Häusern schon über deinen Tisch gehen Und das ist doch ein starker Hebel, oder?
00:15:21: Absolut.
00:15:23: Kontrolle klingt ja immer gleich so ... Ich würde es einfach Steuerung und Management dann.
00:15:31: Was ist wirklich das Allerkuhlste an der Digitalisierung?
00:15:35: Du kannst Copy-Paste machen zum Preis von Null!
00:15:39: Also wenn wir mal überlegen, wo wir herkommen, irgendwelchen Klöster und schreiben Leute ab.
00:15:42: Extrem aufwendig!
00:15:43: Heute kann ich Sachen einfach vervielfältigen.
00:15:45: oder nicht nur Dokumente sondern eben auch Tools, Programme, Anwendungen.
00:15:50: Und Wir lassen an so vielen Stellen in öffentlichen Verwaltung also auch bei uns bundesweise anschaut So unendlich viel Potenzial liegen und geben so unnötig viel Geld aus indem wir das ja indem jede Kommune sich sein eigenes Tool für einen Monat Meldemesen beschafft.
00:16:06: Und wenn ich jetzt mal wieder eben auf Berlin zurückkomme, ohne da jetzt wirklich tief drin zu sein ist das für mich schon sehr naheliegend.
00:16:13: Dass die Basisinfrastruktur und Fachanwendung, die alle Bezirke brauchen, Tools, Services, die in allen Bezirkten da sein müssten oder sollten, die zentral zu steuern – es macht's!
00:16:27: Billiger.
00:16:28: Es macht es einfacher, wenn ich eben ein Tool irgendwie erklären muss und nicht irgendwie ... Wenn dann Leute auch mal von einem Bezirk anderen wechseln
00:16:35: etc.,
00:16:36: dann komplett wieder sich neu aufleisen müssen.
00:16:38: Das macht das sicherer.
00:16:40: Nicht ganz unrelevant.
00:16:41: Und wir werden uns die vorverletzten Wochen Monate anschauen.
00:16:45: Weil ich eine zentrale Landschaft hab und nicht so einen Flickenteppich, wo ich noch mehr Blick haben muss an potenziellen Schwachstellen Und am Ende des Tages macht es deswegen eben auch dann die Servicelandschaft für die Menschen dieser Stadt besser, weil's einen einheitlichen Standard gibt.
00:17:05: Also ich finde dieses Thema Zentralisierung kann man gar nicht überbetonen in Berlin für Berlin aber auch in Berlin wenn ich auf den Bund gucke das ist ja auch so.
00:17:17: also Leins und Thema wie Ich bin froh dass wir jetzt ein Digital Mysterium haben immer noch alle Bundesministerien einzeln ihre Verträge mit Microsoft verhandeln.
00:17:28: Also wer freut sich darüber?
00:17:33: Das ist was, was ich tatsächlich in München einfach auch sehe und erlebe wie wahnsinnig viel schneller und besser uns das macht dass wir das halt vereinheitlicht haben.
00:17:46: Das war natürlich auch, bin ich sehr froh, dass andere diese Kämpfe vor mir durchgefochten haben.
00:17:53: Es waren natürlich nicht ganz reibungslos die Umstellung aber ich sehe es wirklich als totalen Game Changer Weil die sollen sich um soziales, um Schule und innen Themen kümmern.
00:18:06: Und sollen auf eine IT setzen, die funktioniert.
00:18:09: Ja das ist erstaunlich.
00:18:11: wenn man also diesen dezentralen Beschaffung dann müssen das ja oft auch Leute machen, die dafür gar nicht qualifiziert sind.
00:18:16: Also die müssen dann Software recherchieren Leistungsbeschreibungen erstellen kommen aber eigentlich gar nicht aus der digitalen Produktentwicklung.
00:18:23: Du hingegen schon, du hast ja in früheren Jobs auch wirklich digitale Produkte entwickelt oder mitentwickelt.
00:18:32: Ich habe gesehen ihr habt in München jetzt ein Kompetenzzentrum User Experience baut ihr auf.
00:18:37: das ist ja leider muss man sagen immer noch ungewöhnlich dass Verwaltungsführungskräfte so eine direkte Erfahrung in der Entwicklung von digitalen Produkten und Services haben also vielleicht auch das einfach mal erlebt haben.
00:18:50: wie funktioniert so Agila, Entwicklungsprozess.
00:18:52: Wie geht man mit User-Feedback um?
00:18:54: Wie arbeitet man das ein Nutzer oder Bürgerinnen in dem Fall in den Fokus zu stellen?
00:19:01: Was meinst du, wie hat es dein Blick auf Digitalisierung vielleicht auch geprägt, dass du eigene Produktentwicklungserfahrungen
00:19:08: hast?
00:19:13: Also mit Sicherheit massiv und nicht nur eine Produktentwirkung, sondern wirklich auch ohne dass ich jetzt so wahnsinnig viel selber programmiert hätte Ich kann's und weiß, wie es funktioniert.
00:19:26: Und das macht natürlich ... Sowohl merk ich's, wenn ich mit unseren Teams zusammen arbeite, dass es ... Es gibt mir eine gewisse Credibility.
00:19:37: Bei manchen Stellen kann ich die richtigen Nachfragen stellen oder alles erzählen lassen viel mehr aber auch mit externen.
00:19:44: Ich kriege jeden Tag nicht wie viele Dutzende E-Mails mit irgendwelchen Anbietern, die irgendwas verkaufen wollen.
00:19:49: Manchmal klingt das wahnsinnig toll da halt ein weniger technischen Background hat, dann lässt man sich da bestimmt auch mehr verkaufen.
00:20:01: Und bei diesem Thema also Agilität, agiles Arbeiten deswegen auch eben früher User-Tests, User Feedback von Anfang an mit einzubeziehen das ist was... Deswegen muss ich gerade am Anfang kurz nachdenken weil es ist etwas was damit hab.. Also das habe ich von Anfang An auch im Informatikstudium immer gelernt dass ja ich kenne's nicht
00:20:19: anders
00:20:20: und Ich merke schon, dass es in der Verwaltung immer noch oft ein ganz schöner Kulturwandel ist.
00:20:27: Weil man da eigentlich aus einer Historie kommt wo man sagt okay man macht irgendwie ganz lange im stillen Camerlein und dann ist es irgendwann fertig und dann kippt man's quasi nach draußen.
00:20:38: aber das ist halt so eine sehr einbahnstraße und auch eben so.
00:20:43: ja es gibt diesen einen Punkt an das Fertigungen ist es so und weil ich mach mich natürlich auch zu einem gewissen Maße angreifbar, oder dieser Nimbus der Unfehlbarkeit ist weg.
00:20:55: Wenn ich ganz früh sage, guck mal, wenn man ausprobiert, sag mal was dazu beim Zweifelsfall und sagen die Leute, ah nee, paar soll ich denn damit?
00:21:04: Und das ist etwas, was ich glaube so ganz klassische Altersverwaltungsschule eher entgegenläuft also dieses sich kritisierbar zu machen, frühen Dialog zu gehen.
00:21:20: Das ist nicht so tief in dieser Kultur drin und ich glaube das meiste was ich dabei unterstützen kann es ist einfach vorzuleben.
00:21:31: Einfach selber auch eben nicht diesen Anspruch zu haben dass ich irgendwie eine Idee habe muss und ich rede erst dann darüber wenn sie perfekt ist sondern ganz oft einfach zu sagen du ein Fall sag mal was dazu.
00:21:46: Diese Erfahrung haben wir auch total gemacht, dass wir am Anfang, wenn wir früher Prototypen gezeigt haben, Kollegen aus der Verwaltung damals noch oft zurück kamen.
00:21:53: Ja aber das ist ja noch nicht perfekt und wie immer so gedacht haben, ja das ist genau der Punkt!
00:21:57: Deswegen zeigen wir es euch jetzt damit ihr uns helfen könnt diesen Feinschliftern zum Beispiel noch hinzukriegen.
00:22:04: Nehmen das schon so wahr, dass sich das verändert hat.
00:22:05: heute kriegen wir öfter mal Anfragen aus Verwaltungen die sagen könnt ihr da mit uns mal einen schnellen Prototypen bauen.
00:22:11: Wir müssen sozusagen diesen Erkenntnissschritt gehen, mal zu einem greifbaren Produkt damit wir besser verstehen was wir eigentlich wollen.
00:22:17: das ist ja beim digitalen oft gar nicht von Anfang an so klar.
00:22:20: wie soll das Endprodukt aussehen?
00:22:22: also da tut sich hoffentlich ein bisschen was doch
00:22:25: sehe ich definitiv schon auch so und es ist sehr auch super wichtig.
00:22:28: Ja Du hast jetzt schon kurz über Microsoft gesprochen.
00:22:34: Ich musste daran denken dass München Vor langer Zeit sehr ambitioniert mal eine Abkehr, beziehungsweise eine Hinwendung.
00:22:43: Man sollte es mal positiv formulieren.
00:22:45: zu Open Source das Projekt Linux.
00:22:48: also auch lange vor deiner Zeit ich glaube, im Jahr zwei Tausend neun begann dass Umstellung der Betriebssysteme auf Linux in München.
00:22:59: Projekt was immer wieder Schlagzeilen gemacht hat letztlich ja muss man wahrscheinlich sagen gescheitert ist.
00:23:03: auch das noch vor deinterzeit.
00:23:07: Du bist eine große Verwächterin von Open Source, das haben wir gemeinsam.
00:23:12: Hat das eigentlich Spuren hinterlassen in der Berliner Verwaltung?
00:23:15: Wenn man heute ... In der Münchner Entschuldigung ... Ich rede so viel über Berliner verwaltung an anderen Kontexten.
00:23:20: In der Mündchener Verwaltung, wenn man jetzt mit dem Open-Source Thema kommt, gibt's noch Leute die abwenken und sagen, haben wir probiert hat nicht geklappt oder ist es eher umgekehrt so dass da vielleicht schon ne Affinität da ist, weil man das Thema einfach schon lange kennt?
00:23:34: Also erst mal wenn ich dich korrigieren darf.
00:23:37: Ich würde nicht sagen, dass es gescheitert ist.
00:23:39: Es war eine politische Entscheidung, das wieder zurückzurollen.
00:23:45: Und ja, das hat also Spuren hinterlassen ... Ist schon viel zu untertrieben.
00:23:53: Also ja, ich kenne das seit ... Seit ich mich irgendwie digitalpolitisch beschäftige, ist natürlich Open Source für mich auch ein Riesenthema.
00:24:01: Aber als ich in München angefangen hab war ich schon auch echt noch mal erstaunt, wie unfassbar emotional und welche Fronten es bei dem Thema geben kann.
00:24:13: Ich hab quasi zum Amtsantritt oder schon im Vorfeld E-Mails gekriegt, ihr Vorgänger hat Limux ermordet!
00:24:21: Werden Sie dafür sorgen, dass wir das wieder aufgreifen?
00:24:26: Also es war wirklich so von allen Seiten ... Und dann ... Ja, gab's auch Großbefürchten.
00:24:34: Kommt das der Wirtschaft?
00:24:35: Die macht bestimmt weder nur Microsoft!
00:24:37: Die macht Open Source und wird alles, was ich gesagt habe so okay.
00:24:40: also Ich hab dann sehr schnell es wirklich als meine Hauptaufgabe zu sehen da auch Wogen zu glätten Und eben zu sagen Es gibt nicht nur schwarz und weiß Und es gibt auch nicht nur, wir machen Limux und deswegen machen wir Open Source oder wir machen nicht Limux.
00:24:58: Die Welt ist schlecht und nur proprietär.
00:25:02: Also ich meine jeder der ein bisschen was von IT weiß-weiß das in so einem Rechenzentrum da ist wahnsinnig viel Open Source drin und zwar überall.
00:25:10: Aber das ist tatsächlich ein weit verbreitetes Missverständnis.
00:25:14: Ich werde auch im Kontext digitale Souveränität aufgefragt, ja sie haben ja Limux in München wieder abgeschafft also nicht ich, sondern Sie in München.
00:25:21: damit sind sie ja nicht souveränt.
00:25:22: Also dass es so einen Binär denken.
00:25:26: Also Limux hat Riesenspuren hinterlassen und ich würde sagen in Summe eher positiv weil tatsächlich sehr viel Leute die heute zum Glück noch bei uns in der IT arbeiten Wegen des Limux Projekts zur Stadt gegangen sind, die gesagt haben hey das ist so cool da will ich irgendwann Teile zu beitragen.
00:25:47: Und wir haben ja auch.
00:25:48: also ich habe tatsächlich auch sehr früh gesagt nein Ich greife jetzt nicht sofort wieder den Rohrbecks an weil ich hab noch die Ausläufer der Rückumstellung mitgekriegt die Umstellung wieder von LibreOffice zu Microsoft Office.
00:26:02: Und diese Umstellung war genauso sehr wie in die andere Richtung, also das ist und eine Stadtverwaltung eben mit irgendwie zigtausend Leuten innerhalb von zehn Jahren den dritten Betriebssystem wechseln überhalten.
00:26:11: Das sehe ich einfach nicht als sinnvoll.
00:26:12: Also bei all meiner Überzeugung für Open Source habe ich eben klar gesagt dass es jetzt definitiv nicht mein erstes Projekt.
00:26:24: aber Wir haben eine ganz starke Open Source Strategien, Open Source Community.
00:26:32: Wir haben auch Open Source Leitlinien.
00:26:35: also wir haben grundsätzlich ... Also wir haben ein neues Digitalisierungsprojekt.
00:26:40: Wir brauchen eine Lösung für was.
00:26:41: dann ist es eher einer der ersten Sachen die wir machen und so zu überlegen okay Ist das etwas was wir kaufen können?
00:26:48: Ist das was wo wir was wir kaufen anpassen oder was wirklich selber machen?
00:26:51: Prio liegt schon auf Kaufen, weil ich sehe es nicht als Kernaufgabe der öffentlichen Verwaltung Software zu produzieren.
00:26:57: Aber wir können selber entwickeln und immer da, wo wir selber entwickeln.
00:27:00: Und sei das irgendeine kleine Anpassung oder sei das wirklich ein eigenes Tool ist die absolute Maßgabe, dass wir das Open Source zur Verfügung stellen.
00:27:07: Deswegen opensource.münchen.de kann man sich angucken was wir alles nutzen...
00:27:11: Was
00:27:11: empfehlen?
00:27:11: Gucken wir auch regelmäßig
00:27:13: rein.
00:27:14: ...was wir nutzen, was wir selber entwickelt haben und das kann man eben dann auch nachnutzen Passiert tatsächlich auch und auch wo wir kontributen weil das finde ich auch wichtig dass eben nicht nur open source nutzen sondern auch sagen kann wir verstehen, dass dieses ökosystem Darauf basiert.
00:27:31: Dass es eben auch wieder was reinkommt.
00:27:32: deswegen unterstützt manche libraries auch finanziell und haben immer auch dieses.
00:27:38: Das ist ja wirklich ungewöhnlich und vorbildlich.
00:27:41: Es gibt ja auch da eine enge zusammenarbeit mit berlin die
00:27:45: termin Terminvergabe.
00:27:47: Genau, das ist aber ursprünglich eine Berliner Opensource-Entwicklung.
00:27:53: Wo wir es dann eingeklingt haben, ich glaube mittlerweile haben wir so ein paar kleinere Forks oder können wir mal gucken?
00:27:57: Aber die Grundidee ist ja genau die richtige.
00:28:01: Ja mir wird das Thema auch mit zu sehr verkürzt.
00:28:03: auf genauso die Frage Haben wir jetzt hier Windows oder Linux oder Word oder LibreOffice Was ja irgendwie nur ... Ist dann immer noch sehr stark aus Kundenperspektive gedacht.
00:28:13: Ja, zeig ich bitte das Eisbergste.
00:28:14: Da kommen die eigentlichen Vorzüge da, wo man auch In-House zum Beispiel Kompetenzen hat und kleine Anpassungen vornehmen kann, Sachen nachnutzen kann
00:28:22: usw.,
00:28:23: oder spätestens in der eigenen Entwicklung.
00:28:25: Wo man sagen muss, hat es für gerade im öffentlichen Sektor überhaupt keine Nachteile, Sachen Open Source zu stellen, sondern wirklich nur Vorteile.
00:28:33: Als wir angefangen haben, machen wir auch viel In-houseentwicklung War das irgendwie gar keine Frage, weil wieso sollten wir diese Sachen denn proprietär halten?
00:28:41: Wollen sie ja nicht verkaufen.
00:28:42: Also es kann eigentlich nur Gutes passieren wenn man das teilen und so war's dann
00:28:46: auch.
00:28:49: Ja ihr macht also auch ein bisschen eigene Softwareentwicklung oder habt in haus Entwickler Das haben ja auch Nicht viele Städte aber ermöglicht wahrscheinlich auch noch mal ein anderes agieren wenn man Mal Also, was wir erleben durch unsere In-House-Entwicklerkapazitäten.
00:29:05: Dass wir sehr viel schneller zum Beispiel reagieren können ohne Ausschreibungsprozedere vor Projekte, Leistungsbeschreibung, was man sonst hat.
00:29:12: Warum ein IT-Projekt dann immer zwei Jahre dauert?
00:29:14: Obwohl man denkt das ist irgendwie eine Woche Programmierarbeit oder so.
00:29:17: Das ist wahrscheinlich der Vorteil, dass man relativ kurzfristig auch mal Themen angehen kann.
00:29:22: Man kann schnell kleinere Sachen umsetzen und da die Kompetenzen zu haben ... Klar, wir nutzen sie auch.
00:29:31: Aber das spielt rein, wenn wir Produkteaussuchungen bewerten ... Dass
00:29:36: man versteht, dass man einfach das Wissen im Haus hat?
00:29:39: Ganz genau!
00:29:43: Du hast die Open-Source-Strategie von München erwähnt.
00:29:46: Ihr habt natürlich wie jede Großstadt eine Digitalstrategie, die im letzten Jahr noch mal umfassend weiterentwickelt wurde.
00:29:52: Wir müssen gar nicht im Detail in die Handlungsfelder gehen.
00:29:56: Was würdest du sagen, ist der Kern dieser Strategie?
00:30:00: Was sind die Themen, die für dich auch wichtig sind, die du vielleicht auch für dich ein Stück weit claimen möchtest.
00:30:06: Ja... Was ich erklären möchte, ist immer ja viel alles.
00:30:11: Musst du zum Beispiel an das Teilhabe-Thema denken?
00:30:13: Dass du früh platziert hast.
00:30:14: Teilhaber ist wirklich eins.
00:30:15: Das habe ich auch schon in meiner Antrittsrede im Stadtrat gesagt, dass ich das ganz essenziell finde.
00:30:21: Es ist doch schon immer ... Also das treibt mich wirklich seit Anfang an umseitig irgendwie, weiß ich nicht, das erste Mal online aber sehr früh.
00:30:28: diese Interaktion Menschmaschine auf einer individuellen Aber eben auch auf einer gesellschaftlichen Ebene.
00:30:33: und klar zu verstehen IT-Tag sind nicht nur Tools, sondern wir gestalten damit Gesellschaft.
00:30:40: Und deswegen hat welche Tools wir gestaltet und wie wir sie gestalten auch immer einen Einfluss darauf auf Menschen und auf Gesellschaft als Ganzes in einem Stand statt Gesellschaft.
00:30:56: Und das als Perspektive mit auf dem Schirm zu haben, eben zu wissen ist nicht einfach nur eine reine Priorisierungsfrage.
00:31:03: Ob es zuerst irgendwie, was ich, nicht Anwohner parken oder Kita-Anmeldungen digitalisiert?
00:31:07: Das ist beides.
00:31:08: mittlerweile aber... Das ist mir total wichtig.
00:31:13: und natürlich auch zu gucken dass die Tools, die wir dann einsetzen möglichst inklusiv sind, zu gucken welche ergänzenden Maßnahmen brauchen wir Alle Menschen von der Digitalisierung profitieren können nicht nur die, die sowieso schon digital natives sind.
00:31:30: Welche Kompetenzen können wir noch aufbauen?
00:31:32: Welche Zugang können wir schaffen?
00:31:34: Weil eben als Stadt ... Wir sehen ja keine Online-Bank, die sagt okay wenn du jetzt irgendwie halt nicht keine App bedienen kannst dann bist du halt nicht mehr Kunde bei uns sondern Verwaltung ist per se für alle da und muss deswegen auch gucken dass sie alle erreicht.
00:31:47: also digitale Teilhabe ist definitiv ganz ganz weit oben auf der Liste.
00:31:51: Du hast die Digitalstrategie angesprochen.
00:31:55: Da ist mir jetzt eine Neuauflage, die wir tatsächlich gestern das finale Dokument, finalfinalestens abgespeichert haben.
00:32:06: Ist für mich der wichtigste Punkt zu sagen Wir denken Digitalisierung in München nicht mehr in einzelnen Fachbereichen also Mobilität und Soziales und Bildung sondern wirklich übergreifend als Querschnitt Um eben auch da skalieren zu können und zu sagen, wir müssen viel mehr drauf gucken.
00:32:29: Was sind denn eigentlich die Layer in unserem Stack?
00:32:33: Die Stadt weit bereitgestellt werden sollten eingesetzt werden wie gucken Wir kriegen es hin, dass wir die Gesamtstadt auf ein möglichst einheitliches Niveau heben.
00:32:45: Dass wir eben nicht einen Kreisverwaltungsreferat haben das schon super lange super weit vorne dran ist in Sachen Digitalisierung und einige andere wo's noch ganz anders aussieht sondern irgendwie kriegen wir so einen Stand.
00:32:59: Also ich glaube das ist jetzt für mich so das große Thema.
00:33:04: Ja also eben auch über Basisdienste oder bestimmte Workflows damit beschäftigen wir uns gerade auch viel die ja oft dann quer zu den fachlichen Ressorts stehen.
00:33:12: Also wenn du in der Dokumentenprüfung machen musst, dann machst du eine Dokumenteprüfung.
00:33:16: Die machst du mal im Bauamt und mal irgendwie Meldewesen aber es bleibt technisch vielleicht eigentlich ein ähnlicher Prozess und macht gar keinen Sinn immer diese Silos aufzubauen in den Fachverfahren sondern eher eigentlich muss man das genau wie du sagst in so Layers denken
00:33:30: kann.
00:33:31: Das ist für uns sexy als jetzt zu sagen!
00:33:34: KI dies und jenes.
00:33:35: Ja,
00:33:35: Infrastruktur ist sowieso immer uns sexy aber halt super wichtig.
00:33:38: So so wichtig ist einfach das Fundament.
00:33:41: Genau und es kommt aber und das ist vielleicht der Schwenk jetzt zu dem Thema KI darüber müssen wir natürlich auch noch sprechen rückt jetzt dann doch verstärkt ins Blickfeld weil auch jetzt gerade auch diese ganzen agentischen KI Anwendungen und die haben Zeit da ja auch musste gleich nochmal erzählen Da ist das hier auch so dass man vielleicht auch andere Infrastrukturen braucht, sogar ein bisschen ein anderes Verständnis von Verwaltungsprozessen.
00:34:03: Wenn man die dann automatisieren möchte ... Also das Beispiel jetzt, du hast so einen Prüfagenten oder so und der kann in verschiedenen Behörden laufen.
00:34:10: Willst ihn aber vielleicht auch nur einmal entwickeln?
00:34:14: Und gleichzeitig sehen wir jetzt Verwaltung beschaffen punktuell KI-Tools keine Ahnung zur Transkription von Gesprächen oder so.
00:34:21: Und bauen sich aber neue Silos.
00:34:23: statt zu sagen Wir haben hier mal eine Schicht von zum Beispiel bestimmten KI Modellen die von allen Behörden genutzt werden können, damit nicht jede Behörde jetzt ein eigenes kleines LLM irgendwo betreibt oder noch schlimmer.
00:34:34: Vielleicht ein großes aus Amerika sich kauft, weil
00:34:37: wir sagen das halt ... Oder um Schattenalteam-Musik
00:34:38: nutzt?
00:34:39: Genau!
00:34:40: Also da kommt jetzt glaub ich dieses Infrastrukturthema tatsächlich mit Wucht nochmal auf uns zu.
00:34:44: aber vielleicht erzählst du auch mal wie ihr KI bislang nutzt.
00:34:48: Ihr habt ja, wie wir in Berlin, wir haben hier BärGPT ab MukGPt kenn'n Ich glaube, dass sind auch unsere Teams schon von Anfang an im Austausch zu.
00:34:57: Gibt es darüber hinaus noch KI bei euch in der Fläche oder Pilotprojekte, wo du sagst, wo man KI sinnvoll einsetzt?
00:35:07: Also auch da bin ich echt super happy analog zu unseren Entwicklungs-Teams.
00:35:11: Dass wir schon ganz, ganz früh einen KI Kompetenzzentrum hatten und sich damit beschäftigt hat wie können wir diese neue Art... von Technologie für die Verwaltung sinnvoll einsetzen.
00:35:25: Deswegen hatten wir auch MultiPT relativ früh, was auch mit OpenAI Modellen arbeitet.
00:35:36: Allerdings sind wir gerade dabei weil es eben auch modular aufgesetzt war zu tauschen.
00:35:41: Das ist an der Zeit aus unterschiedlichen Gründen.
00:35:46: Das ist das, was wirklich allen der Gesamtstadt zur Verfügung steht.
00:35:51: Wohngeld hat ich vorhin kurz angesprochen.
00:35:52: Da pilotieren wir tatsächlich seit ein paar Monaten einen Tool von einem Start-up, dass sich eben genau speziell auf Wohngeld ... konzentriert da diese Anträgsbearbeitung deutlich schneller zu machen.
00:36:05: und eben auch da die Prüfungen, das ist natürlich schon auch was wo du sagst.
00:36:07: Die Prüfung könnte man dann nicht so ein Layer reinziehen.
00:36:10: Das glaube ich.
00:36:11: wir sind ja gerade in so einer Phase mit KI wo es eine Abwägungssache ist.
00:36:13: Wo macht's einfach Sinn schnell mal auch spezielle Sachen auszuprobieren?
00:36:18: Und wie kriegen wir es hin wirklich auch so übergreifende Services, ob jetzt agentisch oder wie immer zur Verfügung zu stellen und vor allem eben auch eine Governance dahinter.
00:36:30: Also hast du es angesprochen?
00:36:31: Das ist ja das was wir dann brauchen um eben solche Silos und dann eben auch wieder Schatten IT zu vermeiden und eben auch klare Leitplanken zu geben wo und wie SKL-KI sinnvoll einsetzbar und wo sollte man gerade in der Verwaltung, das vielleicht nicht unbedingt einsetzen.
00:36:53: Also tatsächlich ist da für uns gerade der große Schwerpunkt dieses Thema Governance nachzuziehen weil ich sehe schon wir haben dafür, wenn Mukti Petit schnell rausgebracht wird mit viel kleinere Tools, wir haben einen super coolen ... also muss ich kurz erzählen oder mit den Münchner Stadtbibliotheken was gemacht Was quasi das kann, was Emerson macht.
00:37:13: Wenn sie sagt, wenn ihr dieses Buch gefällt, dann gefallen die vielleicht auch diese drei.
00:37:15: Das
00:37:16: hat euch mir schon angeschaut!
00:37:16: Aber Emerson mache das halt entnehmens wahnsinnig viel Daten von dir abzieht und macht das auch weil es dir etwas verkaufen will.
00:37:22: Und wir machen das ohne persönliche Daten oder natürlich als Bibliothek oder Stadtbibliotheken ohne irgendwas verkaufen zu wollen sondern eben ja kairbasiert über den Grafen der dann auch umso weiter, durch Scrolls immer weiter aufgeht und halt eben die verfügbaren Infos zu einem Buch aus dem ... ja, also Kava-Meter-Daten etc.
00:37:41: als Infos nimmt und dann Empfehlungen
00:37:43: gibt.".
00:37:44: Und als Sie das vorgestellt haben oder es was mich am meisten gefreut hat war dass der Leiter der Stabilität meinte, dass er nie hätte gedacht, dass das stöbern und durch die Gänge laufen in der Bibliothek, dass wir online nachbilden können.
00:37:59: Das fand ich echt schön!
00:38:03: Wir haben viele kleinere größere Sachen gemacht aber eben haben jetzt gesagt okay, wir schalten da mal einen halben Gang zurück und gucken wirklich erst einmal auf Governance, wie können Stadtweit Strategien entwickeln, auch da Kompetenzen schaffen.
00:38:26: Um diesen Einsatz eben nicht nur Opportunitätsgetrieben weiterzuentwickeln sondern eben mit einer Vision dahinter auch.
00:38:35: Ja ist total interessant.
00:38:36: wir sind ja viel im Kontakt auch mit Verwaltungsbeschäftigten und was wir jetzt seit Ja, so im letzten Jahr beobachten ist das natürlich immer mehr Leute auch zu uns kommen und sagen.
00:38:45: Guck mal ich habe mir hier mit Claude Code jetzt gerade was kleines gebauten Workflow ein kleines Verfahren dass es eigentlich besser als das teure Ding was wir in der Behörde betreiben.
00:38:55: Jetzt ist es natürlich nicht ganz so einfach Mal eben mit Vibe Coding was zu bauen das dann auch in Betrieb zu nehmen.
00:39:01: Aber man sieht ja, da ist gerade irgendwie ganz viel in Veränderung.
00:39:04: Und das sind dann eben auch genau die Governance-Fragen.
00:39:07: wie geht man eigentlich damit um?
00:39:09: Ist ja eigentlich super wenn jemand der in der Sachbearbeitung ist und ein Problem hat sich schnell eine Lösung entwickeln kann nur erfüllt sie jetzt nicht oder noch nicht im Moment die zahlreichen Anforderungen.
00:39:21: wir beide wissen Verwaltungsartier ist auch sehr bürokratisch.
00:39:26: Wie können wir damit umgehen dass vielleicht aber doch in einem gewissen abgegrenzten Rahmen zu ermöglichen, dass auch Beschäftigte auf Arbeitsebene diese Flexibilität haben.
00:39:34: Schnell zu sagen ich brauche das ein bisschen anders oder ich habe eine neue Aufgabe.
00:39:38: die kann nicht eigentlich automatisieren ohne dass sich jahrelangen Prozess lostreten muss.
00:39:45: und wie du sagst ich glaube das sind maßgeblich auch Governance.
00:39:49: Wer entscheidet da eigentlich, was muss so was geprüft werden?
00:39:51: Ab wann muss es geprüfte werden.
00:39:53: Gibt es riskante und weniger riskante Anwendungen?
00:39:56: Das sind alles so Fragen auf die wir noch gar nicht so mitgeantworten haben.
00:39:59: Genau!
00:40:00: Und deswegen machen wir uns da gerade auf den Weg.
00:40:03: Komplimentär zum Thema KI liegt dann immer das Thema Daten- und Datenmanagement ist ein Gemeinplatz.
00:40:10: KI ist immer nur so gut wie die Daten, die sie hat.
00:40:13: auch da Gibt es einerseits in vielen Verwaltungen, seit vielen Jahren Versuche Datenmanagement zu systematisieren?
00:40:21: Es gibt die Open Data Portale.
00:40:23: Aber nach wie vor liegen viele Datenbeständen in diesen Fachverfahrens-Zielos drin.
00:40:31: Wir haben in Berlin gerade ein Projekt wo wir prototypisch eine übergreifende Dateninfrastruktur anfangen aufzubauen und zu testen um eben auch solche Anwendungen, vielleicht auch mal ressortübergreifende Automatisierung und so weiter auf eine sichere und kontrollierte Art zu ermöglichen.
00:40:50: Macht dir was im Bereich Datenmanagement?
00:40:53: Datenplattformen
00:40:54: usw.?
00:40:55: Wie du sagst ist schon fast allgemein platt das natürlich also.
00:40:58: es ist ein To-do dass glaube ich fast jeder größeren Verwaltung seit Jahren bekannt ist.
00:41:04: Da würde ich tatsächlich sagen, gehören wir nicht unbedingt zu den Vorreitern.
00:41:08: Und da muss man vielleicht nachher noch sagen, wer der beste Ansprechpartner ist für das Projekt, was ihr gerade macht?
00:41:12: Weil es klingt super spannend!
00:41:14: Würde ich mir echt gerne auch mal angucken.
00:41:18: Das ist schon immer noch ein Riesen-Issch.
00:41:19: Ich hatte vorhin auch so'n bisschen Verwaltungskultur angesprochen und da dann eben quasi die eigenen Daten rauszugeben oder auch mal zu sagen ... schließt sich einem standardisierten Datenformat an und verbringt nicht zig Meetings, damit zu drüber diskutieren.
00:41:35: Wer jetzt eigentlich die Hohe hat darüber zu entscheiden ob Vorname vor Nachname oder nachnahme vor Vorname steht?
00:41:41: Das geht zum Schluss drum!
00:41:44: Das ist echt ein dickes Brett.
00:41:48: Und da müssen wir aber genau wie du sagst das ganz dringend ran.
00:41:54: Ich frage mich immer, warum wir es so wenig schaffen wirklich die Mehrwerte dann auch zu zeigen.
00:41:59: Also da eben die klaren Incentives also dass das eben nicht nur als zusätzliches to do sondern eben auch wirklich als sinnvoll für alle Beteiligten zu zeigen.
00:42:11: ganz analog das Thema Open Data.
00:42:13: Da sind wir in Sachen Open Source mittlerweile deutlich weiter habe ich den Eindruck, aber es ist natürlich auch eine kleinere Zielgruppe.
00:42:21: Also die wie bei uns in der Stadt Code Fabrizieren sind viel weniger als sie die Daten fabrizzieren oder sammeln.
00:42:31: und ja das ist definitiv.
00:42:32: also steht auch wieder unsere neuen Strategie drin dass das ein ganz großes Thema ist, dass wir einen unbedingten Datenmanagement stattweit aufbauen wollen und müssen.
00:42:44: Aber Da kann ich noch nicht sagen, dass wir jetzt den absoluten wasserdichten Plan haben.
00:42:53: Beim Thema KI viele Verwaltungen haben inzwischen wie ihr auch diese Sprachassistenten, die am Grunde so das sind, was ChatGPT vor zwei drei Jahren mal war.
00:43:03: Jetzt kann man da draußen in der Privatwirtschaft sehen.
00:43:06: Da ist es schon viel mehr möglich bei agentischer KI sehr viel komplexere Workflows und so weiter.
00:43:13: Denkst du manchmal drüber nach, wie das Verwaltungshandeln mit KI in fünf Jahren oder so aussehen könnte?
00:43:21: Also dass da vielleicht noch viel mehr möglich ist als jetzt nur den kleinen Assistenten, dem man zwischendurch was fragen kann.
00:43:27: Ich würde mein Job glaube ich unfassbar schlecht machen wenn nicht darüber nachdenken würde.
00:43:34: Tatsächlich ist es auch, dass ich aber vorhin gesagt, statt weit Themen ... Das ist gerade ein ganz großes Thema.
00:43:39: Auch da arbeiten wir grade an einem größeren Programm zu gucken.
00:43:47: Wie kriegen wir quasi KI-Basis Kompetenzen, aber natürlich auch Tools wirklich stattweit in Einsatz?
00:43:56: Und wie schaffen wir da Grundlagen um eben dann diese Sprünge überhaupt mitmachen zu können und eben auch wieder nicht diese dort hinzukommen, dass wir punktuell einzelne Leutebereiche haben.
00:44:15: Die da super innovativ sind und dann aber auch eine breite Maße, die total ... Wir schaffen es nicht wieder noch eine größere Kluft auf.
00:44:22: Das finde ich ganz wichtig.
00:44:25: Also das ist was mich sehr umtreibt aktuell.
00:44:31: Ich halte natürlich KI für superrelevant, auch für die Verwaltung.
00:44:37: Aber gerade in der Verwaltung echt für Overhyped beziehungsweise.
00:44:42: Ich überlege, ob ich vielleicht einfach irgendwann klein beigeben muss und akzeptieren muss dass mittlerweile in den meisten Sprachgebrauchen KI und IT nahezu gleichgesetzt werden weil in der Verwaltung Arbeit mir so unfassbar regelbasiert.
00:45:00: ja also es gibt eigentlich wenige dieser ganz unstrukturierten Tasks.
00:45:06: bei den meisten Prozessen ist sehr klar Was kommt rein, was wird wie geprüft und dann zu welchem Ergebnis zu kommen.
00:45:14: Und dafür brauche ich an ganz vielen Stellen gar keine KI.
00:45:17: Da reicht mir traditionelle Software, wenn die gute alte Software reichte aus.
00:45:25: Deswegen finde ich das total wichtig jetzt eben nicht nur auf KI im Sinne von Machine Learning oder GPTs oder Agenten zu gucken sondern das Thema ja Standardanwendung nicht komplett außer Acht zu lassen.
00:45:44: Also bei KI im technischen Sinne ist Ressourcen aufwändiger, insbesondere bei der Erstellung aber schon auch im Einsatz.
00:45:55: und deswegen nach wie vor darauf zu gucken dass wir die richtigen Probleme mit den richtigen Tools lösen und jetzt nicht einfach alles mit KI
00:46:05: Ja, würde ich dir total zustimmen.
00:46:06: Verwaltungshandeln soll ja eigentlich deterministisch sein.
00:46:09: Ein gleicher Input soll zugleich im Output führen.
00:46:12: da ist KI ihr schlecht eingesetzt auch sogar ein Risiko dass genau das eben nicht passiert.
00:46:18: Aber es gibt natürlich auf vieles ein Thema das wird jetzt auch ganz aktuell eben auch mit Rückendeckung des neuen Oberbürgermeisters angehen an der Schnittstelle zu bürgern, wo es gerade um die Übersetzung natürliche Verwaltungssprache geht.
00:46:33: Wir wollen jetzt angehen, dass wir die unterschiedlichsten Anfrageformulare haben ... dass wir da eben das Wissen, die Daten aus der Verwaltung in KI-Modelle reinbringen um dann diese Anfragen automatisch zu beantworten.
00:46:48: Das ist glaube ich relativ basic.
00:46:51: aber damit werden wir schneller.
00:46:52: Leute kriegen schnell eine Antwort wissen dann was die KI erstellt und dem Zeit wird es sich irgendwo noch mal hinwenden können.
00:46:57: und wir blocken nicht so wahnsinnig viel Kapazität in der Verwandlung damit immer wiederkehrende, wenn auch anders formulierte Anfragen zu beantworten.
00:47:07: Ja, das sind so.
00:47:08: Ja.
00:47:08: Formulare Lieblingsthema von mir oder auch noch Hot-Tag?
00:47:11: da vielleicht der KI-Einsatz unsere Wirklichkeit ausbringen kann, niemand füllt gerne Formulare aus.
00:47:17: Und Formularen, egal ob sie Papier oder dank OZG dann irgendwie digital sind ... Aber man fährt immer noch Formulade.
00:47:25: Ich glaube was auch zunehmend die Erwartung von Bürgerinnen und Bürgern sein wird ist halt dass man eigentlich das erste wozu Leute KI nutzen.
00:47:34: wir machen da auch viel Nutzerforschung bei Leuten die keine Ahnung Wohngeld oder sonstwas irgendwie ausfüllen müssen.
00:47:40: Die nutzen jetzt schon erstaunlich oft dann halt ChatGPT oder so, weil das einfach wirklich auch hilfreich ist.
00:47:46: Weil man vieles nicht versteht.
00:47:49: Noch besser wäre es natürlich die Verwaltung würde da eigenes anbieten wo die Daten nicht nach Amerika fließen aber dass man eigentlich als Bürgerin eines Tages seinen persönlichen Assistenten sagt hey also du kennst meine Lebenssituation stell bitte diesen Antrag so.
00:48:04: ich will das Formular eigentlich gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.
00:48:07: noch schöner Wir als Staat, als Verwaltung wissen um deine Lebenssituation und schicken wir das Angebot für den Kitaplatz.
00:48:15: Ja und da sind wir wieder an dem Punkt glaube ich wo dann Digitalisierung Demokratie stärkend und demokratiefördernd wirken kann.
00:48:24: denn habe jetzt neulich nochmal einen entspannten Text drüber gelesen Leute, die Leistungen vom Staat beziehen.
00:48:31: Aber sie auf diesem umständlichen Weg beantragen müssen fühlen sich oft gar nicht vom Staat unterstützt sondern im Gegenteil sie fühlen gegängelt.
00:48:39: also man ist die ganze zeit eigentlich in so einer situation obwohl man leistungen bekommt.
00:48:44: der staat überreißt jeden monat Unterstützung bist du eigentlich die ganze Zeit sauer auf den start und denkst so lass mich doch in ruhe.
00:48:50: jetzt wollen die schon wieder irgendeinen nachweis und das umzukehren auch noch mal deutlich zu machen.
00:48:55: hey also das ist wir lassen dich hier nicht alleine.
00:48:58: Bekommst von uns Unterstützung.
00:48:59: Und wir machen es dir so einfach und unkompliziert wie möglich, hätte glaube ich einen wirklich dramatischen Effekt
00:49:05: auch auf die... Unbedingt bin ich absolut der
00:49:07: Meinung.
00:49:09: Wir sind schon am Ende der Zeit zu langsam!
00:49:11: Ich würde gerne noch einmal mit dir auf euer Ökosystem schauen also gerade wenn's jetzt um Innovation oder so geht.
00:49:20: ihr habt ein landeseigenen IT-Dienstleister Und auch eine... Statteigen.
00:49:26: Entschuldigung.
00:49:27: Ja, ich beneide Berlin auch öffnere, worum das Land und die Gesetze gehen.
00:49:30: Ein städtischer,
00:49:31: ja ein noch cooler.
00:49:32: Einen städthischen IT-Dienstleister aber auch eine städttische Digitalberatung.
00:49:36: Ihr habt einen Inulab bei dir im Referat wie ... Arbeiten diese Akteure zusammen.
00:49:43: Wie greift das ineinander, wenn es jetzt darum geht zum Beispiel was Neues auszuprobieren im Digitalbereich?
00:49:47: Habt ihr da festgelegte Zuständigkeiten abfolgen wie vielleicht ein cooler Prototyp dann überführt wird in den Regelbetrieb?
00:49:57: Ich könnte jetzt natürlich sagen, dass funktioniert deshalb so gut weil ich sowohl ist CDO Das IT Referat als auch Leiterin des IT Dienstleistes als auch Geschäftsführerin der digitalen Beratung bin.
00:50:10: Genau, es ist alles mein Nein.
00:50:14: Ich hoffe, dass ich in allen drei Rollen einen guten Job mache.
00:50:18: Die Verzahnung ist tatsächlich ... Dass das sehr nah aneinander ist und dass es da weder extrem lange Leitungen oder strukturelle Hyrienverschachtelung gibt.
00:50:32: Und denn eben auch kein Konkurrenz ... Denken in dem Sinne, das hilft glaube ich schon sehr.
00:50:43: Also es war in München auch noch nicht immer so.
00:50:46: Das war schon teilweise weit auseinander aber das ist glaube ich wirklich ein ganz wesentlicher Schritt gewesen eben zu zentralisieren diese Unterschiedlinge.
00:50:59: also sowohl dass strategische Nachdenken über Digitalisierung vordenken mit der operativen Umsetzung eng zusammenzuspannen.
00:51:12: Das sehe ich schon wirklich als absoluten Gamechanger.
00:51:16: und dann hast du natürlich auch in Richtung nicht nur die Verwaltung rein, sondern vor allem auch in die Politik eine Schnittstelle.
00:51:27: Und kannst dadurch Themen ganz anders platzieren.
00:51:32: Man hat weniger Verfansung, und dann auch noch mit unterschiedlichen Akteuren Abstimmungsbedarf.
00:51:40: Das ist schon echt ein großer, großes Erfolgsmodell.
00:51:45: Es geht natürlich nur, weil München die Ressourcen dafür hatte und hat.
00:51:49: Also das muss man schon sagen.
00:51:53: Das is ja so'n bisschen ... sich selbst verstärkender Mechanismus auch.
00:51:58: Wir können hochgerätige kompetente Tech-Leute von externen Einstellen also ganz viele bei mir in der IT kommen oder waren teilweise auch eine Wirtschaft.
00:52:10: Oder haben wir an der TU promoviert
00:52:11: etc.,
00:52:13: die sorgen dann dafür, dass das was wir machen also dass im Groh unser Output besser wird, dass wir besser kompetenter mit externen verhandeln können oder auch besser einschätzen können.
00:52:29: wo brauchen wir noch Beraterinnen als Unterstützung?
00:52:33: Ja, also das verstärkt sich so.
00:52:38: Ich glaube aber wirklich, dass der Set-up, dass wir in München haben ... Weiß nicht ob ideal?
00:52:44: Aber zumindest im Vergleich wenn ich mit deutschen Verwaltungsstrukturen anschaue auf unterschiedlichen föderalen Ebenen bin ich da schon sehr happy, dass das so aufgestellt ist und ich eben in diesem Konstrukt meinen Job machen kann.
00:52:57: Und klar du hast gesagt es braucht viele Ressourcen, aber ich glaub, wenn so ein Apparat einmal eingespielt läuft, dann ist er am Ende wahrscheinlich sogar wirtschaftlicher als dieses sonstige mit zig externen Beratungen zu jongliern.
00:53:09: Wo man zum Teil hunderttausende Euro für irgendwelche Powerpoints hinlegt oder so.
00:53:14: Also wenn da eine Hand weiß was die andere macht klar und man braucht immer noch viel Personal.
00:53:18: aber ich bin überzeugt dass sich das auszahlt wenn man diese Kompetenzen bei sich hat.
00:53:24: Das denke ich auch.
00:53:25: also denke sowohl Verwaltung als auch Politik im einundzwanzigsten Jahrhundert Digitalkompetenz essentiell, wenn wir diesen Rechtsstaat und damit auch diese Demokratie weiter zur Blüte treiben wollen.
00:53:39: Verwaltungen sind eh Datenverarbeitungsmaschinen.
00:53:41: Wir wissen es nur nicht immer,
00:53:43: dass sie das sind!
00:53:46: Zum Abschluss möchte ich dich fragen... Wenn's dir geht wie mir, dann hast du neben deinem Daily Work noch irgendeine Idee oder ein Projekt im Hinterkopf für das du dich begeisterst, wo du denkst, wenn du mehr Zeit und Ressourcen hättest würdest du dich dem widmen?
00:54:00: Gibt es ein Thema, für das du gerade brennst?
00:54:02: Wo du sagst, dass wäre der größte Hebel.
00:54:04: Da würde ich gerne mehr machen!
00:54:07: Wenn du die Frage so stellst ist das erste was ich denke an gar keine Kontaktthemen sondern ich habe mich ja eigentlich auch immer viel in feministischen Kontexten engagiert und dazu komme ich kaum mehr seitlich zum Job habe.
00:54:18: Das finde ich natürlich schade weil ich das auch gerade eine aktuell politische Entwicklung hierzulande aber ist recht global als extrem wichtig sehe.
00:54:28: Ein bisschen als Szene ausgewissen ist zu viel.
00:54:35: Aber wo ich dann irgendwann gesagt habe, okay da hab' ich einfach nicht die Kapaz für ... Ist Zusammenarbeit eben zwischen unterschiedlichen föderalen Ebenen und Sachen Digitalisierung.
00:54:44: Also ich hatte es vorhin kurz angesprochen diesen Flickenteppich bundesweit Wo wir Geld verschwenden Potenziale liegeln lassen Und Menschen in diesem Land leider an vielen Stellen zurecht frustriert sind.
00:54:54: Das ist schon was wo ich echt gerne ran würde.
00:54:58: Wir arbeiten auch punktuell mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsministerierung zusammen, aber lange nicht mit dem Impact den ich eigentlich da gerne sehen würde.
00:55:11: Ich bin vielleicht wie bei allermeisten Sachen zu ungeduldig.
00:55:14: Aber wir haben halt einfach einen riesen Nachholbedarf von so einem Staun.
00:55:18: Da müsste echt mehr und schneller vorangehen.
00:55:22: Ich denke mir auch schon, dass wir da als größte Kommune des Landes, die nicht alles falsch machen und Sachen Digitalisierung vielleicht noch ein paar Ideen und Input hätten.
00:55:33: Aber ... Ja... Die Zeit, die mir dafür noch bleibt habe ich bisher noch nicht so das Gefühl gehabt.
00:55:40: es hat wirklich den Effekt und deswegen ist das in den letzten Monaten bei mir wieder ein bisschen runtergerutscht.
00:55:50: Wenn ich jetzt mal so über zehn Jahre nachdenke, fände ich ganz großartig.
00:55:54: Wenn wir in München und allen anderen Kommunen viel weniger selber machen in Sachen Digitalisierung und KI, sondern viel mehr einfach wirklich für das gesamte Land entschieden und bereitgestellt wird und dann ja einfach copy-paste, plug and play-mäßig nur noch aktiviert werden muss im einzelnen Kommunen?
00:56:17: Solange das noch nicht so ist, fangen wir schon mal an mit der städteübergreifenden Zusammenarbeit zwischen München und Berlin.
00:56:23: Das machen wir schon länger.
00:56:24: Ich komme mit den
00:56:25: Hamburgern seit ihr auch einen guten Austausch wie auch viele Grüße an der Stelle.
00:56:28: von daher gibt es schon viele Mitstreiterinnen und Mitstreitern.
00:56:31: Liebe Laura vielen Dank dass du bei uns warst für dieses schöne Gespräch.
00:56:35: sehr gerne danke dir.
00:56:36: ich
00:56:36: drücke die Daumen alles so gut weiter läuft bei euch in München wie bislang Und danke euch liebe ZuhörerInnen dass ihr eingeschaltet habt.
00:56:46: Wie immer bedanke ich mich bei der Technologiestiftung Berlin und bei der Berliner Senatskanzlei, die das City Lab Berlin unterstützen.
00:56:53: Mein Name ist Benjamin Seibel und ich freue mich wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder zuhört.
00:56:58: vielen Dank!
00:56:59: Tschüss.
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